Textfeld: Krokodile schützen – Krokodile nutzen

Krokodile leben seit ca.60 Millionen Jahren in ihrer heutigen Form auf dieser Erde.
Erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts sind viele der heute lebenden 24 Krokodilarten vom Menschen an den Rand der Ausrottung gebracht worden. Der Grund war die zunächst die gnadenlose Jagd nach Krokodilhäuten, die zu wertvollen Luxusgütern verarbeitet wurden und noch werden.
Heute stellt der Verlust der natürlichen Lebensräume, hauptsächlich bedingt durch eine beispiellose Explosion der menschlichen Erdbevölkerung seit rund 60 Jahren, den Hauptgrund für die Bedrohung der Krokodile dar.

Interessanter Weise haben aber etliche Krokodilarten in den letzten Jahrzehnten auch von dem Interesse der Menschen an Produkten aus hochwertigen Krokodilhäuten profitiert.






















Der Schutz von Krokodilen auch aus kommerziellem Interesse bildet die Grundlage für die Erfolgsgeschichte, die etwa den Mississippi-Alligator ( Alligator
 mississipiensis ), das Leistenkrokodil ( Crocodylus porosus  ) oder das Neuguinea- Krokodil ( Crocodylus novaeguineae) in weitgehend sicheren Beständen überleben läßt.

Heute werden Krokodile in großer Zahl in Farmbetrieben gezüchtet („Farming“) oder die Eier zur künstlichen Erbrütung und späteren Aufzucht in Farmen der Natur entnommen („Ranching“).  Die Aufzuchtbetriebe brüten die Eier in Inkubatoren aus und ziehen die Jungtiere bis zu schlachtreifer Größe heran. Beim Farming pflanzen sich zuchtreife Krokodile unter Gefangenschaftsbedingungen in Krokodilfarmen fort und legen Eier ab, die ebenfalls in Inkubatoren ausgebrütet werden. Die Schlüpflinge werden dann bis zu einer vertretbaren Schlachtgröße herangezogen. Zuchtstationen, die Farming betreiben, entnehmen weder Eier, noch Jungtiere oder erwachsene Krokodile der Natur. Es ist nicht ganz einfach zu entscheiden, welche Methode der beiden Krokodilsvermehrungen als die ökologisch und kommerziell günstigere angesehen werden kann. Beim Ranching, seltener auch beim Farming, wird ein gewisser Prozentsatz an Jungtieren (5 bis 10 %) wieder in freier Natur 
ausgesetzt. Die Gefangenschaftsnachzuchten haben jedoch den Vorteil, dass das Einsammeln von Eiern und Jungtieren in freier Natur unterbleibt. Das Einsammeln von Eiern bedeutet nämlich stets einen Eingriff nicht nur in die Populationsstruktur einer be­ stimm­ ten Krokodilart, sondern auch in das Ökosystem derselben. Wegen der weitgehend ausgeplünderten und reduzierten Bestände verbietet sich die Ranching-Methode an vielen Stellen. Ausgesprochen sinnvoll ist sie hingegen dort, wo eine stabile Population im Freileben vorhanden ist und weiterhin – schon zum Zwecke der kommerziellen Nutzung – geschützt und bewahrt bleiben soll. Ansonsten ist es zweckmäßig, einen Grundbestand an Krokodilen durch Ankauf der Tiere oder der Eier aus schon bestehenden Farmen zu erwerben. Ein großer Vorteil von Gefangenschaftsnachzuchten besteht darin, dass das Erkrankungsrisiko von Jungtieren, die von gesunden Elterntieren abstammen, nicht so groß ist. Auch können die Paarungsabläufe, die Eiablagen und die mehr oder weniger zeitlich synchron ablaufenden Schlupf­ ­ daten besser kontrolliert werden. Die Aufzuchtsraten von gesunden Jung­ tieren, die von gesunden Eltern abstammen, sind beim „Farming“ oder „Captive Breeding“ mit mehr als 90 % höher als beim „Ranching“ mit ca. 60 %. Durch optimale Haltungsbedingungen erreichen Krokodile in der Gefangenschaft in kürzerer Zeit ein rascheres Wachstum als in der Natur. So kann die Geschlechts­ reife in ungefähr 6 anstatt in 10 bis 12 Jahren erreicht werden. Ein optimales Alter zum Wiederaussetzen der Tiere oder ein Schlachtmaß von bis zu 1,5 m wird in 2,5–3, anstatt in 5–6 Jahren erreicht. 
Wo adulte, geschlechtsreife Exemplare zwecks Aufbau von Nachzuchtbetrieben der Natur entnommen werden, hat eine Naturentnahme stets signifikante negative Auswirkungen auf die Erhaltung wildlebender Populationen. Das ist besonders dort der Fall, wo erwachsene Krokodile nur in geringer Dichte auftreten. Trotzdem ist Ranching vorteilhafter als Farming. Zuchtfarmen schaffen keine direkten Anreize zur Erhaltung wildlebender Populationen und ihrer Lebens­ räume. Wenn ein Farmbetrieb erst einmal funktioniert und Krokodile in hinreichender Menge produziert, so sind die Vorteile für den Schutz wildlebender Populationen gering oder nicht existent. Auf der anderen Seite steuert Ranching die kommerzielle Le­bensfähigkeit eines Farmbetriebs direkt dadurch, dass die wildlebenden Populationen erhalten blei­ben. In vielen Krokodilfarmen werden heute Ranching und Farming gleichzeitig betrieben. Die Strategie des Ranchings erlaubt es je nach Ergiebigkeit des Lebensraumes nur eine festgesetzte Quote von Eiern oder Nestlingen der Natur zu entnehmen oder in manchen Fällen auch so viele, wie man gerade findet. In vielen Fällen setzen die Farmer 5–17 % der Krokodile wieder dann in freier Natur aus, wenn diese so groß geworden sind, dass sie keine natürlichen Feinde mehr haben. Die­ se Verfahrensweise mini­ miert nicht nur den Eingriff in die Entnahme aus der Natur, sondern hat auch eine posi­tive Wirkung auf die Populationsgröße, da unter na-­ türlichen Bedingungen nur 1–5 % der Nestlinge das geschlechtsreife Alter erreichen. 
Ranching ist dort, wo es kontrolliert durchgeführt wird, die beste Methode der nachhaltigen Nutzung (Sustainable Use) von Krokodilen. In Nordaustralien war es der Herpetologe Dr. Grahame Webb, der mit dem Programm „Living with Crocodiles“ den neuen Weg zuerst beschritt. Dort, wie auch in den südöstlichen Staaten der USA, werden von Krokodilfarmern gegen eine staatliche Gebühr eine festgesetzte Anzahl von Eiern der Natur entnommen. Mit der Gebühr wird die Naturschutzarbeit dieser Staaten unterstützt. Dies stellt auch sicher, dass die Populationen nach wie vor stabil bleiben, und die Krokodilfarmer haben ein großes kommerzielles Interesse an einer stabilen Population. Der „American Alligators Cycle of Protection“ (AACOP) zum Beispiel, der auch das eigene Magazin „Gatortales“ herausgibt, unterstützt auch finan­ ziell Forschungs- und Schutzprojekte, die den Bestand des Mississippi-Alli­gators nachhaltig sichern sollen und vermutlich auch werden. Die Häuteproduktion und die verarbeitende Industrie stellen einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor mit vielen Millionen US-Dollar an jährlichem Umsatz dar, der auch den entsprechenden Einfluss auf die Politik der Herkunftsländer der Krokodile nimmt. Viele Millionen Touristen kommen in jedem Jahr in die „Son­nenstaaten“ der USA und in das nördliche tropische Australien, nicht zuletzt, um an diesen Plätzen freilebende Krokodile zu sehen. Verschwinden die Krokodile, wird sich auch die Zahl der Touristen reduzieren. Somit hilft auch die Tourismusindustrie Krokodile zu schützen. Sicher­lich ist es insbesondere für die australischen Krokodil­schützer und -nutzer um Dr. Webb nicht immer einfach, ihr Konzept der nachhaltigen Nutzung durchzusetzen. Immerhin werden jedes Jahr Menschen im nördlichen Australien von Leisten­krokodilen ­­ angegriffen und manchmal auch getötet. Aber die Australier im Northern Territory und in Queensland haben erkannt, dass sich ihr Wohlstand nicht zuletzt auf den Krokodilen gründet und haben gelernt „mit Krokodilen zu leben“. 
Die Ranching-Projekte in Papua-Neuguinea haben ebenso geholfen die Bestände an Leistenkrokodilen und Neuguinea-Krokodilen zu erhalten. Die einheimische Bevöl­kerung sammelt Krokodileier, verkauft sie an ansässige Farmen und hat ein großes Interesse daran, dass an den gleichen Stellen, an denen sie gesammelt hat, auch im folgenden Jahr wieder Krokodilgelege zu finden sind. Entfiele diese Möglichkeit, würde die Wilderei erneut Fuß fassen, denn es ist illusorisch, daran zu glauben, dass das Interesse an Krokolederwaren in den reichen Industrienationen sinkt. 
„Buy a wallet – save a crocodile“: Diese insbesondere für fundamentalistische Tierschützer furchtbar klingende These hat durchaus ihre Berechtigung. Ohne den fachlichen und finanziellen Einsatz professioneller Krokodilfarmer wäre es zum Beispiel in Thailand zur Zeit nicht möglich, Projekte zur Wiederansiedlung des Siam-Krokodils zu betreiben. Der junge thailändische Herpetologe Yosapong Temsiripong beispielsweise, dessen Familie die große Sriracha-Krokodilfarm gehört, hat wesentliche Grundlagenarbeit für dieses Projekt geleistet, und zwar unter erheblicher finanzieller Beteiligung der thailändischen Krokodilfarmen und Lederver­arbeiter. Es steht zu hoffen, dass dieses Projekt zum Erfolg führt und das Siam-Krokodil auch in Zukunft wieder in thailändischen Schutz­gebieten leben kann. Auch wenn in Thailand selbst kein Ranching, sondern reine Farmingprojekte stattfinden, so leben doch viele Menschen insbesondere in länd­lichen Gebieten von der Krokodilaufzucht. Die Samutprakarn-Farm zum Beispiel zieht Krokodile nicht alleine auf, sondern verkauft Jungkrokodile mit Rücknahmegarantie an viele Klein­farmer, die diese bis zur Schlachtreife aufziehen und dann wieder an die Samut­prakarn-Farm zurückgeben. Die Existenz zahlreicher Familien hängt vom Funktionieren dieses Prinzips ab. Die IUCN-SSC Crocodile Specialist Group (CSG) unterstützt fachlich und organisatorisch Projekte der nachhaltigen Nutzung von Krokodilen, weil diese weltweit tätige Arbeitsgruppe von Krokodil­experten hierin einen wesentlichen Aspekt eines nachhaltigen Krokodilschutzes sieht. Es ist nicht zuletzt der in Deutschland ansässige Internationale Rep­tilleder-Verband, der die Arbeiten der CSG und Krokodilschutz – und forschungsprojekte unterstützt. 
Obwohl alle oder fast alle Krokodilarten schon in Gefangenschaft nachgezüchtet wurden, sind einige für die Haltung und Vermehrung in Krokodilfarmen geradezu prädestiniert und schon in großer Anzahl nachgezüchtet worden. Es handelt sich hier vor allem um das Nilkrokodil (Crocodylus niloticus), das Leistenkrokodil (Crocodylus porosus), Hybriden zwischen dem Leistenkrokodil (Crocodylus porosus) und dem Siam-Krokodil (Crocodylus siamensis), um den Mississippi-Alligator (Alligator mississippiensis) und den Krokodilkaiman (Caiman crocodilus). 
Für die Reptillederindustrie sind solche Krokodilarten besonders interessant, deren Häute gewisse Qualitätskriterien erfüllen. Die Güte einer Krokodilhaut hängt in erster Linie vom Verknöcherungsgrad der betreffenden Haut ab. Die wertvollsten Häute liefern Leistenkrokodil und Nilkrokodil.

Bedroht sind heute aber auch- und vielleicht besonders – einige Krokodilarten, deren Erhaltung kein oder nur unwesentliches kommerzielles Interesse unterstützt, wie etwa das Stumpfkrokodil ( Osteolaemus tetraspis), der Ganges-Gavial ( Gavialis gangeticus ), der mit diesem verwandte Tomistoma oder Sunda-Gavial 
( Tomistoma schlegelii ) und das Panzerkrokodil ( C.cataphractus). Gefährdet bis kritisch bedroht sind auch das Spitzkrokodil
( C.acutus), das Kuba-Krokodil ( C.rhombifer ), das Sumpfkrokodil ( C.palustris ), das Orinoko-Krokodil ( C.intermedius), das Siam-Krokodil ( C.siamensis ), das Beulenkrokodil ( C.moreletii ) und ganz besonders das Philippinen-Krokodil 
( C.mindorensis ) und der China-Alligator ( Alligator sinensis )

Wer bedrohten Krokodilen helfen will, kann dies über folgende Internet-Seiten jederzeit tun- der Erlös fliesst direkt und unmittelbar in den Krokodilschutz
CSG Tomistoma Task Force : www.tomistoma.org
oder über das Spendenkonto der Zoologischen Gesellschaft für Arten-und Populationsschutz www.zgap.de – Kennwort: Tomistoma ( bitte nicht vergessen)
Chinese Alligator Fund: http://www.flmnh.ufl.edu/alligatorfund/


Der China-Alligator

Familie Steige beherbergt eine der seltensten Krokodilarten der Erde, den im Freileben unmittelbar von der Ausrottung bedrohten China-Alligator
(Alligator sinensis ). Es ist davon auszugehen, dass in seinem Verbreitungsgebiet , der im Süden Chinas gelegenen Provinz Anhui, nicht mehr als höchstens 130  China-Alligatoren übrig geblieben sind, wie der CSG-Experte Dr. John Thorbjanarson berichtet, der vor Ort umfangreiche Feldforschungsarbeit verrichtete. Flüsse, verschilfte Grassümpfe und vegetationsreiche Über schwemmungsgebiete sind die natürlichen Lebensräume dieser Art. Heutzutage gibt es in freier Wildbahn nur noch wenige Exemplare. Diese leben in einigen Sümpfen in der unteren Yang-tse-Kian-Region. 1981 führte Dr. Myrna Watanabe,Studien zum Vorkommen von Alligator sinensis in 7 chinesischen Gemeinden durch. Die Alligatoren lebten hier auf kultiviertem Gelände in Reisfeldern und Bewässerungsteichen. Im niederen Hügelland wurden die Alligatoren in isolierten Wasserreservoirs von Baumfarmen angetroffen. Eine neuere Untersuchung von Thorbjarnarson et al., die im Auftrag der „Wildlife Conservation Society (WCS)“ im Süden der Provinz Anhui durchgeführt wurde, erbrachte er­ nüchternde Ergebnisse: Lediglich 13 Örtlichkeiten wurden als Alligatorenhabitate aus­ gewiesen und nur an 10 dieser Stellen wurden Alligatoren festgestellt. Die größte Gruppe umfaßte 9 bis 10 Tiere und an keiner der ausgewiesenen Örtlichkeiten wurde mehr als ein erwachsenes, geschlechtsreifes Weibchen festgestellt. „The total population of wild Chinese Alligators is estimated to be 130–150 and is declining at an annual rate of 4–6 % . Abgesehen von den spärlichen Restpopulationen in freier Wildbahn, liegt der heutige Lebensraum von Alligator sinensis auf Farmen und in Zoos. 
Der Grund für das Verschwinden des China-Alligators liegt in der Zerstörung der natürlicher Lebensräume durch fortschreitende Kultivierung, die gelegentliche Jagd auf die Alligatoren als „Schädlinge“, die die Enten- Hühner – und Fischzucht der Bauern bedrohen und die Verwertung der Tiere in der traditionellen chinesischen Medizin.
Einen Hoffnungsschimmer für den China-Alligator stellte John Behler im März 2002 anlässlich des jährlichen Treffens der „AZA Crocodilian Advisory Group“ vor, wonach ein zunächst 8 Hektar großes, aber ausbaufähiges Schutzgebiet auf der vor Shanghai gelegenen Insel Chongming geplant ist. Dieses Projekt, das offenbar auch von der chinesischen Regierung ernsthaft unterstützt wird, soll China-Alligatoren beherbergen, deren Verhalten und Bewegungsabläufe mit Hilfe telemetrischer Messgeräte langfristig untersucht werden sollen, um daraus wertvolle Informationen für künftige Wiederansiedlungsprojekte zu beziehen.























Zwar wird der kleinwüchsige China-Alligator heute in recht grosser Zahl in chinesischen Zuchtfarmen gepflegt und gezüchtet, trotzdem gelangen diese Krokodile nur sehr selten nach Europa. Wenige Zoologische Gärten und einige Privatpersonen pflegen heute China-Alligatoren, in Europa ist die Zucht in Menschenobhut noch niemals gelungen. Es ist den Betreibern des Gifttierhauses Eimsheim daher zu wünschen, dass ihre Bemühungen zur Kenntnis von Biologie und Verhalten dieser hochinteressanten, kleinen Krokodile beitragen und letztlich auch Nachzuchterfolge zu verzeichnen sind.

Private Krokodilhaltung

Es erscheint sinnvoll, an dieser Stelle auf die Problematik privater Krokodilhaltung hinzuweisen. Zunächst sei angemerkt, dass die deutschen Bundesländer unterschiedliche Gesetze und Vorschriften hinsichtlich der Haltung gefährlicher Tiere
( und dazu zählen alle Krokodile potentiell ) haben. Es ist also sehr sinnvoll, sich diesbezüglich vorher zu informieren. Ebenso sind die Richtlinien von CITES ( www.cites.org )und die Europäische Artenschutzverordnung ( www.bfn.de ) selbstverständlich peinlich genau einzuhalten.

Zudem ist es eine Selbstverständlichkeit, dass vor Anschaffung eines Krokodils 
alle Möglichkeiten der Informationsgeschaffung ( Internet –z.B. http://crocodilian.com/crocfaq/ - , Literatur) genutzt werden. Es ist unverantwortlich, ohne ausreichende Kenntnis von Biologie und Haltung ein Tier anzuschaffen.

Ebenso sind die Haltungsrichtlinien für Krokodile ( siehe u.a.  www.dght.de ) einzuhalten.Diese setzen ein ganz erhebliches Raumangebot selbst für die Pflege kleinerer Arten voraus.

Krokodile sind Wildtiere, keine klassischen Haus- oder Schmusetiere. Auch kleinere Arten sind bissig und potentiell gefährlich, ein 1 m langes Krokodil kann bereits erhebliche Verletzungen hervorrufen, die schlecht heilen.

Die Kosten der Krokodilhaltung sind bei ausreichendem und ausgewogenem Futterangebot und  adaquater technischer Ausstattung der Anlage recht hoch.

Krokodile sind langlebige Tiere und somit mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Anschaffung fürs Leben. Es gelingt im Allgemeinen nicht, zu gross gewordene Krokodile an Zoos abzugeben, die selbst unter begrenztem Raumangebot leiden und Tiere nicht in bestehende Gruppen integrieren wollen. Auch andere Pfleger nehmen grosse Kaimane und andere Krokodile meist nicht mehr an. Auch das Raumangebot der wenigen, behördlich anerkannten Auffangstationen ist begrenzt !

Wer all dies berücksichtigt und sich dennoch ein oder gar mehrere Krokodile ( meist handelt es sich um eine der kleineren, relativ sozial lebenden Kaiman-Arten ) anschafft, der wird wird von der fraglos vorhandenen Intelligenz und den hochinteressanten Verhaltensmerkmalen beeindruckt sein.

Ralf Sommerlad
Regional Vice Chair Europe, IUCN/SSC Crocodile Spezialist Group
Chair, CSG Tomistoma Task Force
Rödelheimer Landstr. 42, 60487 Frankfurt am Main
crocodilians@web.de

Anlage der A. sinensis von Familie Steige